Der aus Kuba stammende Gitarrist wurde am 8. August 1965 in Havanna geboren, wo er Jahre später eine der höchsten künstlerischen Auszeichnungen der kubanischen Regierung, „La orden por la cultura nacional“, erhielt. Ebendort in Kuba studierte er Gitarre, Musik und Komposition und schloss seine Studien an der Hochschule der Künste im Jahre 1989 ab.

Joaquín Clerch ist sicherlich einer der führenden, wenn nicht der führende Gitarrist seiner Generation weltweit. (Eliot Fisk)

Ab 1990 setzte Joaquín Clerch seine Studien an der Universität Mozarteum in Salzburg fort: er studierte Gitarre bei Eliot Fisk und Alte Musik bei Anthony Spiri und Nikolaus Harnoncourt.

1991 schloss er seine Studien in Salzburg mit Auszeichnung ab und erhielt vom Österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung den Würdigungspreis für besondere künstlerische Leistungen. Im selben Jahr begann er seine internationale Lehrtätigkeit. Zunächst als Assistent von Prof. Fisk im Salzburger Mozarteum, und dann als Dozent an der Musikhochschule München. Seit 1999 ist er Professor für Gitarre an der Robert-Schumann-Musikhochschule Düsseldorf.

Lehre

Er gehört zu den führenden Gitarrenlehrern. Seine Studenten erhielten zahlreiche internationale Auszeichnungen und Preise in den wichtigsten Wettbewerben, darunter auch den renommierten Francisco Tárrega Wettbewerb, bei dem seine Schüler vier Jahre hintereinander den 1.Preis gewannen (2004-2007). Zahlreiche seiner Schüler sind an der Spitze der Gitarrenszene und lehren an Konservatorien und Musikschulen weltweit.

Joaquín Clerch ist ein außergewöhnlich begabter Musiker. Abgesehen von seinem technisch hervorragenden und sehr poetischen Gitarrenspiel ist auch seine geistige Auseinandersetzung mit den Problemen der Aufführungspraxis und des Musizierens außerordentlich. (Nikolaus Harnoncourt.)

Wettbewerbe

Joaquín Clerch hat bedeutende Gitarrenwettbewerbe wie Andres Segovia in Granada, Heitor Villalobos in Rio de Janeiro, Printemps de la Guitare in Charleroi / Brüssel und ARD in München gewonnen.

Sein Gitarrenspiel führte ihn in viele Städte und wichtige Konzertsäle der Welt wie z. B. Concertgebouw / Amsterdam, Palacio de la Musica / Barcelona, Theatre Royal de la Monnaie / Brüssel, Alte Oper / Frankfurt, Semperoper / Dresden, Auditorio Manuel de Falla / Granada, Teatro Nacional / Havanna, Cemal Resit Rey / Istanbul, Kölner Philharmonie / Köln, Brucknerhaus / Linz, Auditorio Nacional de Musica / Madrid, Münchener Philharmonie / München, Radio France / Paris, Beijing Concert Hall / Peking oder Konzerthaus / Wien.

Solist

Als Solist spielte er mit Orchestern wie dem Sinfonieorchester des Bayrischen Rundfunks, dem Orquesta Sinfónica Nacional de España, dem Orquesta Nacional de Cuba, der Filarmónica de Bogotá, der Stuttgarter Philharmonie, dem Mozarteum Orchester Salzburg, dem Orchestre Nacional du Capitole de Toulouse (unter der Leitung von Michel Plasson) oder dem Orquesta Filarmónica de Gran Canaria unter der Leitung von Adrian Leaper, mit welchem er die weltweit erste Aufnahme der beiden ihm gewidmeten Gitarrenkonzerte von Leo Brouwer und Carlos Fariñas einspielte (El Concierto de la Habana, 1998, und Concierto, 1996); beide waren Lehrer von Joaquín Clerch und zählen ohne Zweifel zu den bedeutendsten Komponisten in der Geschichte Kubas.

Einige Menschen sind für die Musik geboren. So jemand war Mozart und so jemand ist der kubanische Gitarrist und Komponist Joaquín Clerch. (Klassieke Zaken)

Komponist

Neben seiner Konzerttätigkeit ist er auch als Komponist aktiv; Seine Gitarrenmusik ist im ehem. Chanterelle-Verlag, jetzt Musikverlag Zimmermann , vertreten, sowie beim Label Naxos zu hören. Eigene Einspielungen seiner Gitarrenkonzerte sind bei duo-phon records und MDG erschienen.

2009 erhielt er den Echo-Preis für die CD Classica Cubana.
2012 erhielt er den Preis Cuba Disco für seine Einspielung des gesamten Gitarrenwerks von Carlos Fariñas.


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